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11.05.2015

Kardinal Schönborn: Abtreibung ist schweres Unrecht

Kardinal in Stellungnahme gegenüber "profil": Bewusstsein für dieses Unrecht dramatisch verloren gegangen.

Heftige Kritik an der Abtreibung und dem Fehlen von "flankierenden Maßnahmen", die schon vor 40 Jahren bei der Einführung der Fristenlösung versprochen wurden, hat Kardinal Christoph Schönborn geübt. "Bei der Abtreibung geht es um die Tötung eines menschlichen Wesens und damit um schweres Unrecht", so der Kardinal wörtlich in einem schriftlichen Statement gegenüber "profil", das das Nachrichtenmagazin in seiner aktuellen Ausgabe verwendete.

 

Seit dem Inkrafttreten der Fristenregelung vor 40 Jahren sei das Bewusstsein für das Unrecht der Abtreibung dramatisch verloren gegangen, so der Kardinal. Die derzeitige Gesetzeslage sei daher für Christen "keine akzeptable Lösung, auch wenn sie damit leben müssen". Das Recht auf Leben sei das grundlegendste Menschenrecht, betont Schönborn.

 

Das schriftliche Statement von Kardinal Schönborn im Wortlaut:

"Bei der Abtreibung geht es um die Tötung eines menschlichen Wesens und damit um schweres Unrecht. Seit dem Inkrafttreten der Fristenregelung vor 40 Jahren ist das Bewusstsein für dieses Unrecht dramatisch verloren gegangen. Die derzeitige Gesetzeslage ist daher für Christen keine akzeptable Lösung, auch wenn sie damit leben müssen. Das Recht auf Leben ist das grundlegendste Menschenrecht.

 

Wir wünschen uns endlich die flankierenden Maßnahmen zum Lebensschutz, die seit 40 Jahren versprochen und nur zum geringsten Teil eingelöst worden sind. Ich hoffe, es gelingt, hierüber mit allen politischen und gesellschaftlichen Kräften ins Gespräch zu kommen. Eine reiche Gesellschaft wie die österreichische muss Rahmenbedingungen schaffen können, damit Frauen sich nicht gedrängt fühlen, eine Abtreibung in Betracht zu ziehen."