Die Jungschararbeit wurde in Österreich 1947 begonnen, die Jungschar-Studie 2014 sollte prüfen, ob sie trotz veränderter Bedingungen für Mädchen und Buben auch heute noch Gültigkeit hat. Das Ergebnis: Das Interesse der Kinder am Pfarrleben ist ungebrochen, der Krisendiskurs der Kirche dürfte die Kinderpastoral nicht berühren.
Für die Studie haben 86 Prozent von Österreichs Pfarren, das sind 2592 Pfarren, Daten zur Kinderpastoral angegeben. Somit war es möglich, ein Gesamtbild der Katholischen Jungschar zu erstellen. Die Zahlen und Fakten: 72.767 Mädchen und Buben, das sind etwa 13 Prozent der 6- bis 14-jährigen Katholiken in Österreich, sind als Jungscharkinder und Ministranten in Österreichs Pfarren aktiv. Begleitet werden die Kinder von 12.955 ehrenamtlich tätigen Gruppenleitern.
In neun Thesen werden in der Studie Schlussfolgerungen zur Diskussion gestellt, die sich aufgrund der Analyse des Datenmaterials aufgetan haben. Unter anderem wird festgestellt, dass mehr Frauen Jungschargruppen leiten und mehr Mädchen die Jungschar besuchen. Die Arbeit wird jedoch nicht genderbewusst reflektiert, um Buben mehr ansprechen zu können.
Gruppenleiter gestalten die Jungschararbeit außerdem so, wie sie diese selbst als Kinder erlebt haben – Neuerungen durchzusetzen, ist schwierig. Ministranten sind in fast allen Pfarren präsent, Jungschargruppen gibt es nur in etwa der Hälfte der befragten Pfarren: Das signalisiert unterschiedliche Aufmerksamkeit seitens der Pfarrleitung. Für die Katholische Jungschar stellen sich damit Fragen, wie Schlussfolgerungen aus der Situation gezogen werden können.