Jesus betet. Das Johannesevangelium macht uns in den Abschiedsreden beim Letzten Abendmahl zu Zeugen eines göttlichen Zwiegesprächs.
Das Gebet Jesu klingt wie eine Lebensbilanz, so als würde er gegenüber seinem himmlischen Vater über seine Sendung und sein Wirken Rechenschaft ablegen.
Drei Punkte aus diesem „Rechenschaftsbericht“ möchte ich herausgreifen:
„Vater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart.“ – Jesus hat uns gesagt, dass der Name Gottes für Qualität bürgt: „Jahwe“ – ich bin für dich da.
Diesen Namen, das heißt das Wesen Gottes, seine Liebe und Menschenfreundlichkeit, hat Jesus vorgelebt und geoffenbart.
„Dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.“ – Der zweite Punkt der „Lebensbilanz“ Jesu kreist um die Freude.
Jesus hat uns gezeigt, dass der Glaube froh macht und dass Gottvertrauen Freude schenkt.
Von Angst, Traurigkeit und Verzweiflung wollte er uns befreien. Jesus Christus schenkt uns Grund zur Freude.
„Ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.“ – Gott und seine Liebe – das ist die Wahrheit.
Sich heiligen bedeutet: die Liebe leben, sich hingeben. „Ich … damit auch sie“ – die Bitte Jesu lautet, dass wir ihm darin ähnlich werden. Zugegeben: nicht ganz einfach, aber eine Nummer kleiner geht es nicht.
Die Zweite Lesung formuliert die Wahrheit unseres Lebens und die Berufung zur Heiligung leichter verständlich, aber mit gleich hohem Anspruch: „Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.“
Christus betet für uns. Er lädt uns ein, mit ihm zu beten und in den Dialog zwischen Vater und Sohn einzutreten. Er will uns in die göttliche Gemeinschaft hineinnehmen durch seinen Geist.
Die Zeichen dieses Geistes sind Feuer und Sturm.
Sein Wesen ist reine Liebe.