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18.05.2015

Uni Wien: Tagung über Bischof und "geistlichen Nationsbildner"

Vor 200 Jahren geborener Josef Strossmayer war Bischof im ostkroatischen Djakovo und einflussreicher kroatischer Politiker in K.u.K. Monarchie.

Das bis heute einflussreiche Wirken von Bischof Josef Strossmayer (bzw. Josip Strosmajer, 1815-1905) in der österreichisch-ungarischen Donaumonarchie beleuchtet eine internationale Tagung am Donnerstag, 21. Mai 2015, an der Universität Wien.

 

Blick auf die „Wiener Zeit“

Unter dem Titel "Der geistliche Nationsbildner" blicken österreichische, kroatische u.a. Historiker vor allem auf die Wiener Zeit des von Kaiser Franz Joseph zum Bischof von Djakovo in Ostkroatien ernannten katholischen Theologen zurück. Strossmayer wurde zum einflussreichen Politiker und Vorkämpfer für die Aufwertung der slawischen Völker in der Habsburgermonarchie.

 

Die Tagung anlässlich der Geburt Strossmayers vor 200 Jahren wird vom Institut für Historische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät Wien gemeinsam mit der Fakultät in Djakovo und dem Kroatisch-Historischen Institut Wien veranstaltet. Sie führt eine Serie wissenschaftlicher Veranstaltungen u.a. in Zagreb, Wien und Rom fort, die dem in Kroatien nach wie vor verehrten Kirchenmann gewidmet waren.

 

Rektor des Augustineums

Josef Strossmayer wurde am 4. Februar 1815 in Osijek als Spross einer deutschstämmigen Familien aus der Steiermark geboren. Seine wissenschaftliche Ausbildung in Theologie, Philosophie und Kanonischem Recht erfolgte u.a. in Wien an der Universität und bei den Augustinern. Nach Unterrichtsjahren in Djakovo wurde er 1847 Kaplan der Wiener Hofburg und zu einem der Rektoren des Augustineums, wo mehr als 1.000 Priester aus der gesamten Monarchie für den höheren Kirchendienst fortgebildet bzw. zum theologischen Doktorat geführt wurden.

 

1949 ernannte Kaiser Franz Joseph den früh für die Ideale des Illyrismus - also die Einheit aller Südslawen - begeisterten Strossmayer zum Bischof von Djakovo, was im Jahr darauf von Papst Pius IX. bestätigt wurde. Ab 1860 nahm er als Führer der Kroatischen Volkspartei an der kaiserlichen Ratsversammlung teil, wo er die monarchistische Föderation befürwortete, und war auch im Sabor, dem kroatischen Parlament, vertreten.

 

Strossmayer setzte sich für die Aufwertung der slawischen Völker in der Donaumonarchie sowie für den Zusammenschluss aller südslawischen Völker unter habsburgischer Führung ein. Er starb 1905 in seiner Bischofsstadt Djakovo, wo bis heute ein Denkmal des Förderers von Kultur und Wissenschaft steht.