Der 1980 ermordete Erzbischof Oscar Arnulfo Romero wird am 23. Mai 2015 in seinem Heimatland El Salvador für seinen unermüdlichen Einsatz gegen Gewalt und Unterdrückung seliggesprochen.
Der Romero-Preis ist einmalig im deutschsprachigen Raum und einer der höchstdotierten Preise Österreichs. 10.000 Euro werden von der Katholischen Männerbewegung Österreich ausgelobt. Preisträger waren u.a. Bischof Erwin Kräutler, Waris Dirie und P. José Hehenberger. Bischof Erwin Kräutler (Romero-Preisträger 1988), der sich seit Jahrzehnten für die Rechte der Indigenen im Amazonasgebiet einsetzt, betont die Wichtigkeit dieser Auszeichnung: „Erzbischof Oscar Romero ist für mich ein Vorbild, wie man das Evangelium richtig lebt. Er hat sich für die Armen in Mittelamerika eingesetzt und seinen Einsatz mit dem Leben bezahlt. Deswegen ist es eine Ehre für mich, einen Preis mit seinem Namen bekommen zu haben. In Brasilien bin ich jeden Tag gefordert, ihm als Vorbild zu folgen. Ich werde nach wie vor bedroht und bin leider noch unter Polizeischutz. Ich weiß, dass die befreiende Dimension des Evangeliums ein Dorn im Auge der Mächtigen ist, aber mit der Unterstützung aus Österreich, auch der Katholischen Männerbewegung, werden wir weiterkämpfen.“
Anlässlich des 35jährigen Jubiläums der Romero-Preisverleihung veranstaltet „Sei so frei“ am 20. November 2015 in Wien ein Fest. Der Vorsitzende der Katholischen Männerbewegung, Leopold Wimmer, erklärt: „Es soll ein Fest der Dankbarkeit werden, ein Fest der Freude über das bisher gelungene Engagement vieler Männer und Frauen im Geiste Oscar Romeros.“ Einige ehemalige Preisträgerinnen und Preisträger werden bei der „Fiesta Romero“ den zahlreichen Gästen über ihre Arbeit und die Wirkung des Preises berichten. Eingeladen sind Bischof Erwin Kräutler aus Vorarlberg, Padre Helmut Nagorziansky aus Wien, der kolumbianische Claretiner-Padre Gabriel Mejía, die brasilianische Projektpartnerin Janira Souza de Franca und die tansanische Landwirtschaftsexpertin Saria Amillen Anderson.
Für die Katholische Männerbewegung ist der Name ihrer entwicklungspolitischen Aktion seit mehr als 50 Jahren Programm: Gerechte Lebenschancen schaffen, damit die Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern in Freiheit und Würde leben können. Die Partnerinnen und Partner in Afrika und Lateinamerika sind regierungsunabhängige Selbsthilfegruppen, Genossenschaften, Bauernvereinigungen, Gewerkschaften sowie dörfliche und kirchliche Einrichtungen. „Sei so frei“ unterstützt jährlich mehr als 150 Projekte, vor allem in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Landwirtschaft. Ziele sind unter anderem die Sicherstellung der materiellen und geistigen Grundbedürfnisse, die Unterstützung von besonders armen und benachteiligten Bevölkerungsgruppen, die Erreichung größerer sozialer Gerechtigkeit und die Durchsetzung der Menschenrechte. Ihre wichtigste Spendenaktion ist die Adventsammlung.