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Moses, Italien, Monte Cassino
21.05.2015

Monotheismus und die Gewalt

Ein Sammelband klärt die Frage, ob der biblische Gottesglaube zu Intoleranz und Gewalt führt.

  • Wer sich dafür interessiert, ob mit Mose und dem Geschehen des Exodus und des Sinai die Unterscheidung von „wahrer“ und „falscher“ Religion Einzug in die Menschheitsgeschichte gefunden hat;

  • wer sich dafür interessiert, ob nun der Monotheismus (als Ein-Gott-Glaube ) in der Geschichte gewalttätiger war als der vermeintlich friedfertige Polytheismus;

  • wer sich dafür interessiert, welchen Ansatz das Judentum und das Christentum in Sachen Gewalt, Toleranz bzw. Intoleranz vertreten haben und vertreten

  • und wer sich dafür interessiert, welche Antworten katholische Theologinnen und Theologen auf die Gewalt-Thesen des Ägyptologen Jan Assmann geben,

 

für den ist der vom Wiener Dogmatik-Professor Univ.-Prof. Jan-Heiner Tück herausgegebene Sammelband „Monotheismus unter Gewaltverdacht. Zum Gespräch mit Jan Assmann“ (Herder-Verlag) eine wahre Fundgrube.


Kein Geringerer als Papst Franziskus hat die akademische Theologie und letztlich auch die Kirche aufgefordert, sich mit dem Werk Jan Assmanns konstruktiv kritisch auseinanderzusetzen.

 

Assmann selbst hat in den letzten Jahren seine These, dass der Monotheismus eine neue Form von Gewalt in die Welt gebracht habe  (bedingt durch den religiösen Wahrheitsanspruch der drei Offenbarungsreligionen Judentum, Christentum und Islam) zunehmend modifiziert.


Ein schaler Nachgeschmack bleibt nach der Lektüre angesichts der religiös motivierten Gewalt „im Namen Gottes“ in den letzten Jahren trotzdem

 

– verbunden mit Begriffen wie „11. September 2001“, „Islamischer Staat“, „Al Qaida“ oder „Boku Haram“:

 

Die islamische Theologie setzt sich noch kaum mit dem Thema Religion und Gewalt auseinander.