Gegen die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften mit der Ehe hat sich die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) ausgesprochen. "Ich denke, dass die in Österreich bestehende Regelung im Wesentlichen beibehalten werden sollte", so KAÖ-Präsidentin Gerda Schaffelhofer in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber religion.ORF.at, die auch "Kathpress" vorliegt.
Diskriminierung im Sinne einer ungerechtfertigten Benachteiligung sei zu vermeiden und abzulehnen. Dem trage das Rechtsinstitut der eingetragenen Partnerschaft Rechnung, und diese Partnerschaften seien wie die Ehe Ausdruck von Liebe und gegenseitiger Verantwortung, so Schaffelhofer. In einzelnen Rechtsdetails könne und solle auch nachgebessert werden. Insgesamt habe sie aber den Eindruck, so die KAÖ-Präsidentin, "dass von der früher vorhandenen Diskriminierung, die nicht gerechtfertigt war und die nun beseitigt ist, das Pendel in die Richtung in völliger Gleichmacherei ausschlägt". Wenn man für Vielfalt der Formen menschlichen Zusammenlebens und für Respekt vor dieser Vielfalt eintritt, sollte man nicht alles nivellieren, so Schaffelhofer.
Irland hatte sich am Wochenende als erster EU-Staat in einem Referendum für die rechtliche Gleichstellung schwuler und lesbischer Verbindungen mit der herkömmlichen Ehe ausgesprochen. Bei der Volksabstimmung sprachen sich in dem katholisch geprägten Land 62,1 Prozent dafür aus. Kardinal-Staatssekretär Pietro Parolin hatte infolge das irische Votum für die gleichgeschlechtliche Ehe als "Niederlage für die Menschheit" bezeichnet.
Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng kommentierte die Aussage Parolins im Interview mit der ORF-"Orientierung": "Es ist eine sehr pointierte und ich würde sagen, sehr mutige Aussage, die im Grunde genommen etwas sehr Richtiges zum Ausdruck bringt, nämlich, dass die Familie - auf der Grundlage der Ehe zwischen Mann und Frau, ausgerichtet auf Kinder - das Fundament der Gesellschaft ist und bleiben wird."
Die Ansicht der katholischen Kirche in dieser Frage sei "sehr klar", hieß es am Freitag, 29. Mai 2015 von Seiten der Pressestelle der Erzdiözese Wien: "Wenn die Ausrichtung auf Nachkommen ein Wesensmerkmal der Ehe ist - und das sieht die Kirche so -, gehört vernünftigerweise die Komplementarität der Geschlechter dazu. Insofern gibt es auch wenig zum irischen Referendum hinzuzufügen", so die Stellungnahme gegenüber religion.ORF.at.