Angesichts eines weltweit im Steigen begriffenen Antisemitismus widmet sich am 10. und 11. Juni 2015 das Institut für Judaistik der Universität Wien diesem Thema. Unter dem Titel "Antisemitism and the Bible in (Late) Antiquity" referieren unter anderem Bezalel Bar Kochva (Tel Aviv University), Lawrence H. Schiffman (New York University) und Klaus Davidowicz (Universität Wien) auf dem Universitätscampus. Die Tagung soll neue Einsichten über die historische Verwurzelung des modernen Judenhasses gewinnen und dadurch bessere Strategien zur Bekämpfung des Antisemitismus entwickeln, heißt es in einer Aussendung.
Seit kurzem nehme der Antisemitismus weltweit, in Europa und in Österreich wieder zu, schreiben die Veranstalter. Der moderne Judenhass habe eine lange Vorgeschichte, in der durchaus auch christliche Traditionen eine Rolle spielten. "In der Antike und Spätantike haben sowohl heidnische als auch christliche Autoren antisemitische Klischees immer wieder in polemischen Auslegungen der Bibel entwickelt, die judenfeindlichen Polemiken der christlichen Literatur in Antike und Spätantike prägten", heißt es.