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07.06.2015

"Jugend Eine Welt": Hinter Natursteinen steckt oft Kinderarbeit

Warnung zum Internationalen Tag gegen Kinderarbeit am 12. Juni.

Achtung: In vielen importierten Natursteinen steckt Kinderarbeit": Diese Warnung hat die katholische Hilfsorganisation "Jugend Eine Welt" anlässlich des Internationalen Tages gegen Kinderarbeit (12. Juni) am Donnerstag, 4. Juni 2015 ausgesendet. Sie appellierte an den österreichischen Handel, das Angebot von fairen Natursteinen, in denen nachweislich keine Kinderarbeit steckt, zu erhöhen. Konsumenten sollten im Zweifelsfall zu heimischen bzw. nachweislich fairen Produkten greifen.

Zahlreiche Natursteinprodukte wie Pflastersteine, Grabsteine oder Küchen- und Bodenplatten, die in Österreich verkauft werden, stammen laut "Jugend Eine Welt" aus China. Das dafür nötige Rohmaterial werde vielfach aus Indien importiert, wo trotz offiziellem Verbot Zehntausende Kinder unter unmenschlichsten Bedingungen in Steinbrüchen arbeiteten. "Meist lassen die große Armut und die hohe Verschuldung ihrer Eltern den Kindern keine Wahl, als zum mageren Familieneinkommen beizutragen", weiß Vorsitzender Reinhard Heiserer. "Eine Chance auf Schulbildung haben die wenigsten von ihnen."

Bei vielen Steinprodukten sei auf den ersten Blick nicht zu erkennen, ob dahinter Kinderarbeit steckt. "Doch jeder Käufer hat es in der Hand, aktiv nachzufragen, eine bessere Kennzeichnung einzufordern und sich im Zweifel für einen heimischen bzw. nachweislich fair produzierten und gehandelten Stein zu entscheiden", mahnt Heiserer Konsumenten zur Mitverantwortung. Auch die öffentliche Hand solle "grundsätzlich verantwortungsvoll einkaufen" und auf Produkte verzichten, deren Herstellung Kinder gefährdet.

"Jugend Eine Welt" unterstützt in Indien zahlreiche Don-Bosco-Hilfsprojekte, die Kinderarbeit bekämpfen bzw. deren Opfern durch Schul- und Berufsbildung eine Zukunftschance geben.