Die St. Nikolausstiftung der Erzdiözese Wien, Trägerorganisation von über 80 Kindergärten und Horten in Wien, begrüßt den Vorstoß von Familienministerin Sophie Karmasin, ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr einzuführen. Ein beitragsfreies Kindergartenjahr für alle Vierjährigen ermögliche eine "besondere Lern- und Erfahrungsumgebung" und würde vor allem jenen Kindern zugute kommen, die kaum Anreize für wichtige Entwicklungsschritte erhalten. Im Kindergartenalltag könnten Mädchen und Buben gemeinsam in einer Gruppe positive soziale und dadurch auch sprachliche Erfahrungen sammeln, unterstrich Susanna Haas, Pädagogische Leiterin der Stiftung, am Dienstag, 9. Juni 2015 in einer Aussendung. Die Entscheidung der Ministerin trage so zu mehr Bildungsgerechtigkeit bei.
Ohne strukturelle Reformen gehe es aber nicht, so die kirchliche Trägerorganisation weiter. "Der Kindergarten wird seit einiger Zeit - auch von Seiten der Politik - als erste Bildungseinrichtung wahrgenommen. Das ist gut so", erklärte Elmar Walter, Geschäftsführer der St. Nikolausstiftung. Dennoch muss ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr mit strukturellen Reformen einhergehen. "Nur durch eine bundesweite Verbesserung der Rahmenbedingung im Kindergarten können auch die erhöhten Anforderungen im Arbeitsalltag, die mit der Einführung eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahres einhergehen, verbessert werden."