Nachdem die verheerende Ebola-Epidemie in Sierra Leone mehr als 11.000 Opfer gefordert hat, schlägt die Hilfsorganisation "Jugend Eine Welt" erneut Alarm: Zahlreiche Ebola-Überlebende leiden an Folgekrankheiten. Symptome sind angeschwollene Füße, Haarausfall, Schmerzen in der Brust oder extreme Müdigkeit. Immer wieder komme es auch zu Todesfällen, berichtete Salesianer-Bruder Lothar Wagner, der vor Ort lebt, in einer Aussendung am Dienstag, 23. Juni 2015.
Viele Menschen, die Ebola überlebt haben, würden jetzt am sogenannten "Post Ebola Syndrom" sterben. Betroffen seien auch viele Kinder. Die medizinische Versorgung sei völlig unzureichend. Die WHO stünde dem hilflos gegenüber. Auf dem Papier passiere viel, aber in der Praxis viel zu wenig und auch die Verwendung von Hilfsgeldern erfolge in vielen Fällen nicht transparent. "Ich habe so viele Kinder und Jugendliche sterben sehen, mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass diverse NGOs mit Hilfsgeldern teure Fuhrparks kaufen. Das ist einfach nur zum Kotzen", fand Wagner deutliche Worte.
Mit Unterstützung von "Jugend Eine Welt" haben Bruder Lothar und das Kinderschutzzentrum Don Bosco Fambul in Sierra Leone in den letzten Monaten Hunderten Ebola-Waisenkindern Unterkunft gegeben und sie psychologisch betreut. Die Hilfsorganisation bittet um Spenden.
Für die meisten Ebola-Waisenkinder, die von Don Bosco Fambul betreut wurden, konnte mittlerweile ein guter Platz in einer Pflegefamilie oder bei Verwandten gefunden werden. 58 Kinder müssten weiterhin intensiv betreut werden - Bruder Lothar rechnet mit mindestens zwei weiteren Jahren. "Wir lassen diese Kinder nicht allein. Viele von ihnen haben Furchtbares erlebt, manche haben ihre Eltern und nahe Angehörige sterben sehen."
Spendenkonto: Raiffeisen Landesbank Tiro; IBAN: AT66 3600 0000 0002 4000; BIC: RZTIAT22; Stichwort "Don Bosco Fambul"