Der als Streetworker bei der steirischen Caritas tätige Severin Zotter hat gleich bei seinem ersten Antreten beim "Race Across America" (RAAM) gesiegt, das als das härteste Radrennen der Welt gilt. Der 33jährige Steirer legte die 4.837,5 Kilometer von der West- zur Ostküste der USA mit mehr als 50.000 Höhenmeter in der Siegerzeit von 8 Tagen, 8 Stunden und 17 Minuten zurück. Bemerkenswert: Zotter verband den Extremausdauersport mit einem Charity-Anliegen. Für jeden Kilometer bei seiner USA-Durchquerung zurücklegte, wurden fünf Euro für syrische Flüchtlingskinder im Libanon gesammelt, bisher flossen knapp 10.000 Euro an Spenden an die Caritas-Auslandshilfe. "Unter www.caritas-steiermark.at/severin kann weiterhin gespendet werden", so die Caritas in einer Aussendung am Donnerstag, 25. Juni 2015.
Der Sozialarbeiter der kirchlichen Hilfsorganisation sitzt in seiner Freizeit am liebsten am Fahrrad. "Radfahren ist seit jeher ein Teil meines Lebens, es begleitet mich - als Fortbewegungsmittel, als Sportgerät, als Arbeitsmittel, als Ausgleich, als Leidenschaft", verrät Zotter über sich auf seiner Website. "Mich begeistern die unterschiedlichen Facetten des Radsports, besonders aber, welche enormen Distanzen in verhältnismäßig kurzer Zeit auf der Basis rein körperlicher und mentaler Kraft zurückgelegt werden können."
Auf das RAAM hatte sich Zotter penibel vorbereitet. Er trainierte mit dem ebenfalls in Graz lebenden Extremsportler Christoph Strasser, der das Rennen 2011, 2013 und in Rekordzeit 2014 gewonnen hatte, diesmal krankheitsbedingt jedoch aufgeben musste. Auf www.severinzotter.at sind erste Fotos vom Sieger nach der Zieleinfahrt zu sehen; Zotter gibt hier auch allgemeine Informationen zum "Race Across America": "Seit ich 2005 als Betreuer teilnehmen konnte, begleitet mich der Wunsch, bei diesem Rennen zu starten."
Zur Hilfe für syrische Kinder erinnerte die Caritas der Diözese Graz-Seckau daran, dass nach vier Jahren Krieg in Syrien rund 11,4 Millionen Menschen ihre Heimat verloren, Schätzungen zufolge wurden mehr als 190.000 Menschen getötet. 7,6 Millionen Kriegsopfer sind in Syrien auf der Flucht, etwa 3,8 Millionen befinden sich in Nachbarländern. Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge sind nach Caritas-Angaben Kinder. Sie leiden unter Mangel an Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten und Heizmaterial, die meisten haben keinen Zugang zu Bildung oder Schule. "Eine ganze Generation wächst heran, ohne die Chance auf Sicherheit und ohne Zukunftsperspektiven", bitte die Caritas um weitere Spenden. "Ich freue ich mich, dass ich mit meiner Teilnahme beim RAAM auch ein Stück weit soziale Verantwortung übernehmen kann", erklärte Severin Zotter auf seiner Website.