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Beten ist der Atem des Glaubens
29.06.2015

Beten ist der Atem des Glaubens

Universitätsprofessorin Marianne Schlosser legt eine faszinierende „Theologie des Gebetes“ vor.

Wenn es stimmt, dass der Mensch „im allgemeinen nicht gern betet“, wie Romano Guardini in seiner „Vorschule des Betens“ feststellte, dann tut es nicht nur in Zeiten der geistlichen „Trockenheit“ gut, sich immer wieder auch mit der „Theorie“ des Gebets zu beschäftigen.

 

Auf 288 Seiten lädt die Wiener Universitätsprofessorin für „Theologie der Spiritualität“ und  Kommmentatorin des Evangeliums im „Sonntag“, Marianne Schlosser, in ihrem jüngsten Buch „Erhebung des Herzens“ (EOS-Verlag) ein, über das Gebet zu reflektieren.


Nach der Darstellung des  „Gebetes in der Heiligen Schrift“ folgt eine „systematische Vertiefung“ des Gebetes (u. a. Lob und Dank, Bitte und Fürbitte, Anbetung, mündliches und inneres Gebet).

 

In der „Praxis des persönliches Gebetes“ werden Ort, Zeit, Gebetshaltungen und Gesten sowie „Sammlung und Gesammelt-Sein“ behandelt.

 

Ein ausführlicher Textanhang bringt Beispiele aus fast 2.000 Jahren Theologie- und Spiritualitätsgeschichte zum Thema „Gebet“.

 

„Zu Wort“ kommen u. a. 

  • Johannes Cassian,
  • Thomas von Aquin,
  • Augustinus,
  • Romano Guardini und
  • Franz von Sales.


Schlosser verschweigt auch nicht die „Mühe“ des Gebetes.

 

Zum Gebet gehöre „Entschlossenheit“, manchmal auch „Überwindung“. Schon Romano Guardini habe in seiner „Vorschule des Betens“ darauf hingewiesen, dass es nur die halbe Wahrheit ist, dass Not beten lehrt. Ebenso wahr sei es, dass man in der Not das Gebet verlernen kann.

 

Was ist dann das Wesentliche des Gebetes? Schlosser erinnert an Henri Caffarel in seinem Buch „Saal der tausend Türen“ den „Willen“ als entscheidend genannt hat. Nämlich als „Fähigkeit unseres tiefsten Wesens, sich frei auf ein Gut, einen Menschen, ein Ideal hin“ zu engagieren. Caffarel: „Beten heißt beten wollen.“