In goldigem Gelb leuchtet der Kirchturm der Pfarrkirche Stockerau in der Abendsonne.
Der Platz vor der Kirche – sie hat den höchsten Kirchturm Niederösterreichs – verwandelt sich bis 1. August zur Festspielbühne für „Don Camillo und Peppone“ in einer Fassung von Gerold Theobald nach dem Roman von Giovanni Guareschi.
Das Bühnenbild von Linus Riepler deutet mit bunten Fensterläden, langen Wäscheleinen und steinernen Treppen die Szenerie einer italienischen Kleinstadt an.
Horst Heiss (Don Camillo) und Christoph F. Krutzler (Peppone) sind hervorragende Schauspieler und auch das übrige Ensemble legt sich unter der Regie von Zeno Stanek kräftig ins Zeug.
Der Reiz der Geschichten von Don Camillo und Peppone liegt darin, dass es zwei in etwa gleichstarke Gegner (kommunistischer Bürgermeister – katholischer Priester) gibt, diese beiden ihre Feindschaft genüsslich auskosten, zugleich aber in ihr nicht allein gelassen bleiben: Eine dritte Instanz (Jesus am Kreuz) mischt sich vermittelnd ein und fordert Don Camillio immer wieder zu einer Korrektur seiner Sicht der Dinge auf, was schließlich zu Menschlichkeit und Versöhnung führt.
„Don Camillos Gespräche mit Jesus am Kreuz haben mich schon als Kind fasziniert“, sagt der Stockerauer Pfarrer Markus Beranek: „Sie sind ein Bild für das, wie ich Kirche im Kontext der Stadt erlebe.
Don Camillo als ein ganz normaler Mensch mit Ecken und Kanten, der aus seiner Gottesbeziehung heraus wächst und sich entwickelt und sich auf seine Weise für andere einsetzt“.