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03.07.2015
Salesianer Don Boscos führen Universitäten und geben Straßenkindern eine Zukunft

Ecuador: Papst Franziskus bedeutet Hoffnung für die Kinder der Straße

Salesianerbruder Garcia: Gestik und Zeugnis des Papstes für Benachteiligte in dem Andenland von großer Bedeutung.

Dass der Papst bei seinem Besuch in Ecuador, der am Sonntag, 5. Juli 2015 beginnt, den inhaltlichen Augenmerk besonders auf Bildung lenken will, ist auch für die zahlreichen auf der Straße lebenden Kinder des Landes wichtig. Denn die Kirche sieht im Ausbau der Bildungsarbeit "an der Peripherie" einen ihrer Schwerpunkte, hat der in Quito tätige Salesianerbruder Robert Garcia, Projektpartner des Hilfswerks "Jugend Eine Welt".

 

Papst Franziskus wird am 7. Juli in der Päpstlichen Katholischen Universität in Ecuadors Hauptstadt Bildungsexperten treffen und mit ihnen aktuelle Herausforderungen besprechen. Der Orden der Salesianer Don Boscos zählt in Ecuador zu den wichtigsten Bildungsträgern des Landes, mit Universitäten an mehreren Standorten. 22.000 Studenten hat derzeit alleine die "Universidad Politecnica Salsesiana" (UPS), die Campusse in Quito, Guayaquil und Cuenca hat. Viele Studenten sind benachteiligte Jugendliche bzw. Angehörige der Mittelschicht, wobei der weitere Ausbau der UPS mittels einer neuen "Don Bosco Bildungsanleihe" aus Österreich finanziert werden soll.

 

Zerbrochene Familien, ausufernde Gewalt

Eine Ordens-Bildungsinitiative ganz anderer Art ist das von Garcia geleitete Projekt "Chicos de la Calle" (Kinder der Straße), bei dem die Salesianer in fünf großen Städten Ecuadors - Quito, Santo Domingo, Ambato, San Lorenzo und Esmeraldas - derzeit rund 5.000 Kinder und Jugendliche betreuen -, unterstützt auch von Freiwilligen aus Österreich. Über 2.300 Kinder, die zuvor auf der Straße Autofenster oder Schuhe putzten, Zeitungen verkauften, jonglierten oder bettelten, konnten bereits dauerhaft von der Straße weggeholt erneut in die Gesellschaft integriert werden.

 

Maßnahmen dafür sind aufsuchendes Streetwork, verbunden mit einem breiten Freizeitangebot von Fußball und Straßenzirkus bis Tanzen, zudem wird Schulabbrechern der Wiedereinstieg in den Unterricht und Interessierten eine Berufsausbildung bis hin zur anfänglichen Begleitung im Job ermöglicht.

 

Intensiv gearbeitet wird jedoch auch mit den Familien der Kinder sowie mit Jugendlichen: "Das Zerbrechen der Familien und die ausufernde familiäre Gewalt sind Hauptgründe dafür, warum in Ecuador so viele Kinder auf der Straße leben", erklärte Garcia. In Kursen schult der Orden deshalb künftige Eltern im gewaltlosen Umgang mit Konflikten, vergibt Kleinkredite an Familien zum wirtschaftlichen Vorankommen und fördert den Zugang zu Bildung, die der "einzige Weg aus der Armut" ist, so das Credo des Salesianerbruders.

 

Nachdem Papst Franziskus das schwere Schicksal der Straßenkinder bereits Anfang des Jahres in Philippinen angesprochen hat, ist deren Hoffnung auf den Pontifex aus Lateinamerika auch in Ecuador groß, berichtete Garcia. Der Papst sei ein "guter Hirte" und "wie ein Hauch des Heiligen Geistes", wobei es gar nicht so sehr um den Inhalt seiner Aussagen in Ecuador gehe, "sondern darum, wie er es sagt und um sein eigenes Zeugnis", so der Salesianerbruder. In Ecuador seien seit der Papstwahl von Franziskus viele Menschen, die sich zuvor von der Kirche entfernt hätten, zurückgekommen.