Der am 22. April 2013 gemeinsam mit seinem griechisch-orthodoxen Amtsbruder Boulos Yazigi entführte syrisch-orthodoxe Metropolit von Aleppo, Mar Gregorios Youhanna Ibrahim, ist am Leben. Das berichtet die Stiftung "Pro Oriente" unter Berufung auf syrische Quellen am Sonntagabend, 5. Juli 2015.
Das Lebenszeichen finde sich im offiziellen Bericht über die jüngste Tagung des Heiligen Synods des syrisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochien, der vom 9. bis 14. Juni nahe Damaskus zusammengetreten war. Wörtlich heißt es in dem Bericht unter Punkt 1: "Der Koordinator des Patriarchalen Komitees für den Entführungsfall, Mar Clemis Daniel Kourieh, gab einen Bericht. Er versichert uns, dass Mar Gregorios Youhanna Ibrahim am Leben ist, wir erwarten bald seine Rückkehr".
Im Rahmen des Synods beschlossen die anwesenden Bischöfe unter anderem, die aus Aleppo geflohenen Priester zur Rückkehr in ihre Pfarrgemeinden bis spätestens 16. August zu verpflichten. Andernfalls drohe ihnen die Suspendierung, heißt es laut "Pro Oriente" in dem Bericht. Weiters beschlossen die Bischöfe die Einrichtung einer Kommission zur Sicherung der kostbaren antiken Handschriften, Ikonen und sonstigen Kunstwerke aus der Kathedrale und dem Erzbischöflichen Palais in Aleppo.
Im Hinblick auf den Genozid an den Christen der syrischen Tradition vor 100 Jahren beschloss der Synod, den 15. Juni künftig alljährlich als Gedenktag der Märtyrer des "Sayfo" (wie der Völkermord auf aramäisch genannt wird) zu begehen.