Die Trauerfeierlichkeiten für den kürzlich verstorbenen früheren ORF-Generalintendanten Gerd Bacher finden am 14. Juli 2015 statt. Vorgesehen ist ein Requiem im Stephansdom um 11 Uhr und die Einsegnung in der Dr.-Karl-Lueger-Kirche am Zentralfriedhof um 15 Uhr. Danach wird Bacher in einem Ehrengrab beigesetzt. Den Trauergottesdienst im Stephansdom für den in Salzburg geborenen und auch verstorbenen bedeutenden Medienmannes hält der Salzburger Domdekan Hans Walter Vavrovsky.
Über seine religiöse Haltung sagte Bacher den oft zitierten Satz, er sei zwar kein Christ, wohl aber Katholik. Und zum Glauben äußerte er sich wertschätzend im Buch "Alt aber nicht out" von Ingeborg Schödl, in dem die katholische Publizistin und langjährige Kirchenvertreterin in ORF-Gremien "Gedanken über das Älterwerden" bündelte. Ihm helfe der Glaube bei der Bewältigung des Alters nicht, erklärte Bacher. "Ich beneide alle, die diesen in ausreichender Form haben. Die Gnade des Glaubenkönnens ist mir nicht zuteil geworden. Je älter ich werde, desto mehr erkenne ich dieses Manko." Es gebe in seinem Umfeld durchaus Menschen, "die in bewundernswerter Weise mit großen Problemen des Alters mit Hilfe des Glaubens fertig werden", berichtete Bacher. Ihm selbst sei das "leider nicht gegeben".
Dennoch halte er sich nicht zuletzt wegen seines erfüllten Berufslebens für einen "Sohn des Glücks". Er habe "ein Leben gehabt, wo man dem Herrgott - oder dem Schicksal - wirklich nur auf den Knien danken kann", gab der am 27. Juni Verstorbene in dem 1996 erschienenen Buch an. Darin begründete er auch die Entscheidung, sich 1990 im Pensionsantrittsalter zum vierten Mal um die Position des ORF-Generalintendanten zu bewerben. Jahrzehnte seines Lebens sei ihm "nichts schöner erschienen, als den ORF zu führen", sagte Bacher. Eine erfüllte Arbeit sei das Gesündeste, was es gibt. "Ich bin überhaupt der Auffassung, und die ist ja nicht besonders originell, dass der Motor des Lebens schlechthin die Freude ist. Mit Freude lässt sich jede noch so schwere Sache, jede noch so große Plage und jede noch so diffizile Widrigkeit bewältigen."
Buchautorin Ingeborg Schödl erinnerte im "Kathpress"-Gespräch an Bachers Verdienste um einen qualitätsvollen Religionsjournalismus im ORF - trotz seines deklarierten Agnotizismus'. Bacher sei ein "sehr fairer Chef" gewesen, die entsprechenden Abteilungen in Hörfunk und Fernsehen hätten in seiner Ära eine "Hochblüte" erlebt, berichtete Schödl, die von 1977 bis 1999 Mitglied der ORF-Hörer- und Sehervertretung und ab 1990 Vorsitzende des Programmausschusses war.
Sämtliche Gedenkfeierlichkeiten am 14. Juli werden für die Öffentlichkeit zugänglich sein, informierte ein Sprecher der Bestattung Wien die Austria Presse Agentur. Genaue Informationen zum Ablauf bzw. zu den Ehrengästen und Rednern lägen noch nicht vor, hieß es.
Der frühere ORF-Generalintendant Gerd Bacher war am 27. Juni - nur wenige Monate vor seinem 90. Geburtstag - an den Folgen eines Schlaganfalls in Salzburg gestorben. Bacher stand zwischen 1967 und 1994 mit Unterbrechungen 20 Jahre lang an der Spitze des Österreichischen Rundfunks und zählte zu den prägenden Medienmachern in der Zweiten Republik.