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14.07.2015
Hoffnung auf positive Auswirkungen

Vatikan begrüßt Einigung im Atomstreit mit Iran

Vatikan hofft, dass Einigung über Nuklearprogramm hinaus positive Auswirkungen haben wird.

Die Vereinbarung über das Nuklearprogramm werde vom Vatikan "sehr positiv" gesehen, erklärte dessen Sprecher Federico Lombardi am Dienstag, 14. Juli 2015. Es handle sich um ein "wichtiges Ergebnis". Zugleich forderte er weitere Anstrengungen aller Beteiligten, damit die Vereinbarung Früchte trage. Der Vatikan hoffe zudem, dass die Einigung über das Nuklearprogramm hinaus positive Auswirkungen haben werde, hieß es in der Erklärung weiter. Der Vatikan hatte in der Vergangenheit wiederholt eine diplomatische Lösung des Konflikts angemahnt.

 

In dem seit 13 Jahren schwelenden Streit über das Nuklearprogramm des Iran war am Dienstag in Wien eine Einigung zwischen der Regierung des Landes und den internationalen Verhandlungspartnern verkündet worden.

 

Iran sagte Demontage von zwei Dritteln der Zentrifugen zu

Der Iran hat bei den Atomverhandlungen in Wien zugesagt, die Zahl seiner Zentrifugen zur Urananreicherung für zehn Jahre um zwei Drittel zu reduzieren. Laut einem iranischen Dokument, das am Dienstag in Wien veröffentlicht wurde, soll die Zahl der Zentrifugen in der Urananreicherungsanlage von Natanz auf 5.060 begrenzt werden, während in Fordo 1.044 weitere verbleiben sollen, ohne aber zur Urananreicherung genutzt zu werden.

 

Bisher hat der Iran 19.000 Zentrifugen, davon sind aber weniger als 10.000 in Betrieb. Der russische Außenminister Sergej Lawrow erklärte unterdessen, das UN-Waffenembargo gegen den Iran bleibe weitere fünf Jahre in Kraft. Es gebe einen Kompromiss zwischen dem Iran und dem Westen, dem Russland zugestimmt habe, erklärte Lawrow. Demnach sind während der kommenden fünf Jahre Waffenlieferungen an den Iran nur nach vorheriger Zustimmung des UN-Sicherheitsrats möglich.

 

„Das Land und die Welt sicherer machen“

US-Präsident Barack Obama hat die historische Einigung im Streit um das iranische Atomprogramm gepriesen. Das Abkommen mache "das Land und die Welt sicherer", sagte er am Dienstag in einer Fernsehansprache aus dem Weißen Haus. Für den Iran sei "jeder Pfad" zur Atombombe abgeschnitten. Die Verbreitung von Atomwaffen im Nahen Osten sei "gestoppt". Obama unterstrich, das Abkommen beruhe nicht auf Vertrauen, sondern auf einer Überprüfung durch internationale Inspektoren. Sollte Teheran gegen seine Verpflichtungen verstoßen, würden die Sanktionen sofort wieder "zuschnappen". Der Präsident rief den US-Kongress auf, die Einigung mit dem Iran mitzutragen. Für den Fall einer Ablehnung des Deals durch das Parlament drohte er mit seinem Veto.