In einer veränderten Gesellschaft braucht es auch neue Wege, um die Sendung der Kirche („Mission First“), das heißt das Da-Sein für die Menschen, besser zu erfüllen. Vielfach ist es einfacher und erfolgreicher, für solche neuen Wege über den Tellerrand der eigenen Pfarre zu schauen und gemeinsam nachzudenken, Initiativen zu starten und Erfahrungen zu sammeln.
Um die Entwicklung dieser Initiativen – die es auch schon an vielen Orten gibt – zu unterstützen, anzuregen, zu fördern und ihnen eine offiziellere Basis zu geben, werden heuer alle Pfarren der Erzdiözese Wien in Entwicklungsräume eingeteilt, die so groß sein sollen, dass sich in jedem von ihnen ausreichend große Teams (von Laien und von Priestern) für unterschiedliche Zugänge zu missionarischer Arbeit finden können.
Oftmals werden die Entwicklungsräume daher größer sein als die bisherigen Pfarrverbände oder Seelsorgeräume. Grundlage der Einteilung der Entwicklungsräume durch die Bischofsvikare sind die seit Herbst 2013 über die Dechanten – auch unter Beteiligung von Pfarrgemeinderäten – eingeholten Vorschläge.
Der Entwicklungsraum nimmt den Pfarren nicht ihre Eigenständigkeit, er ist keine eigene kirchenrechtliche Organisationsform. Aber er hat dennoch verbindlichen Charakter: Er legt fest, in welchem Gebiet sich Zusammenarbeit entwickeln soll und muss.
Daher wird den Pfarren jedes Entwicklungsraumes auch aufgetragen, sich aus den gemeinsamen Erfahrungen heraus die passende kirchenrechtliche Struktur zu geben – entweder als Pfarrverband oder als Seelsorgeraum oder gleich als Pfarre Neu, die das strukturelle Zielbild der Diözesanerneuerung bleibt.
Die Definition und Vorstellung der Entwicklungsräume in den kommenden Monaten und ihre Fixierung zu Beginn des kommenden Kirchenjahres (1. Dezember 2015) soll auch Klarheit schaffen: Dieses Gebiet wird in Zukunft zusammenwachsen, das „Wer mit wem“ ist dann entschieden.
Auch sollen die Strukturüberlegungen, Rechts- und Vermögensfragen gegenüber inhaltlicher Arbeit an unserer Sendung als Christen zurücktreten. Die Antworten auf das „Wie“ sollen aus den praktischen Erfahrungen des „Wozu“ leichter gefunden werden.