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Mehr als zwei Jahre hat sich die Projektgruppe, die im Auftrag von Kardinal Schönborn eingesetzt worden ist, mit der Frage beschäftigt, wie im kirchlichen Bereich sexueller Missbrauch verhindert werden kann. Das Ergebnis ist ein Behelf, der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über Maßnahmen, Regelungen und Orientierungshilfen informiert. Die Informationsbroschüre ist kostenlose im Erzbischöflichen Ordinariat erhältlich (Tel.: 01/51552-3200).
Ziel dieses BehelfesDieser Behelf hat mehrere Funktionen: Einerseits soll er für die MitarbeiterInnen ein Leitfaden sein, der durch Wissensvermittlung die Sicherheit bei der eigenen Arbeit gewährleisten und helfen soll, mit diesem sensiblen Thema besser umzugehen. Andererseits ist er ein deutliches Signal nach außen: Dadurch soll klar gestellt werden, dass die Kirche jegliche Form von sexuellem Missbrauch verurteilt und entschieden bekämpft. Die Erzdiözese will damit ein deutliches Signal nach außen für korrektes Verhalten setzen.
Er soll alle kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermutigen, aktiv bei der Verhinderung von Missbrauch mitzuwirken und enthält neben den neuen dienstrechtlichen Regelungen auch detaillierte Vorgangsweisen für konkrete Verdachtsfälle. Im Behelf finden sch zudem jene Verhaltensregeln, die Priester und alle anderen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirche in ihrer Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und besonders schutzbedürftigen Personen speziell beachten müssen.
Insgesamt soll damit nicht nur der Schutz für diese Menschen vor Missbrauch erhöht werden, sondern auch allen Mitarbeitern ein Leitfaden gegeben werden, der die Sicherheit bei ihrer eigenen erhöht und die Gefahr unberechtigter Anschuldigungen minimiert.
Begriffsbestimmung
Behelf der Erzdiözese Wien
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Unter sexuellem Missbrauch versteht man die Nötigung zu einem sexuellen Verhalten unter Ausnützung eines Autoritäts- bzw. Abhängigkeitsverhältnisses. Dies zeigt sich in Form des Zurschaustellens wie beispielsweise Exhibitionismus, Pornographie bzw. in der konkreten Tat. Darunter wird das Berühren oder Berührenlassen an den Geschlechtsteilen, der sexuelle Verkehr ohne Bedrohung oder die Vergewaltigung verstanden.
Sexueller Missbrauch ist nicht nur ein Thema im kirchlichen Bereich, sondern auch in Familien, Freizeiteinrichtungen (sportlich, kulturell) und Schulen.
Aber Missbrauch durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kirche steht als Ausbeutung von Schwächeren nicht nur im Gegensatz zur Botschaft des Evangeliums, sondern es wird dabei auch der Beziehung der Opfer zu Gott, zum Glauben, zum Dienst der Kirche nicht mehr gut zu machender Schaden zugefügt.
Geschichtliche EntwicklungIm Jahr 1996 ist die "Ombudsstelle der Erzdiözese Wien für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche" eingerichtet worden. Seit 2005 wird diese von Max Friedrich geleitet. Die Ombudsstelle verfügt außerdem über einen Kinder- und Jugendneuropsychiater, eine Diplomsozialarbeiterin und Psychotherapeutin, einen Psychotherapeuten und Supervisor, eine Juristin und eine Diplomierte Psychologin.
Die Ombudsstelle ist unabhängig von staatlichen Behörden und anderen Beratungseinrichtungen und ist zur Vertraulichkeit verpflichtet.
KontaktOmbudsstelle der Erzdiözese Wien für Opfer sexuellen Missbrauchs in der Kirche Liechtensteinstraße 102/11, 1090 Wien Tel. +43-1-319 66 45 Fax +43-1-319 66 45-24 Mobil +43-664-51552 70 Mail ombudsstelle@edw.or.at
Für Opfer und Betroffene, die sich nicht direkt an die Ombudsstelle wenden wollen, besteht die Möglichkeit, Kontakt über das "Unabhängige Wiener Kinderschutzzentrum" (Tel. 01/526 18 20) oder die Beratungsstelle "TAMAR" (Tel.: 01/334 04 37) aufzunehmen.
(red)
29.10.2007
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