Viele neue Impulse für die Jugendarbeit in der Pfarre bringt der Sommerkurs "SOL" der Katholischen Jugend (KJ) von 31. August bis 5. September 2010 in Oberleis. Petra Wasserbauer, Bildungsreferentin der KJ, gibt im "thema kirche"-Interview Einblick in die Inhalte des Kursprogramms und macht deutlich, was es braucht, um Jugendgruppen für alle zufriedenstellend zu leiten.
![]()
|
Wasserbauer: Wer Jugendgruppen begleitet, weiß über die Phasen und
Dynamiken, die es in einer Gruppe gibt, bescheid. Er/sie ist kennt die
Lebenswelt der Jugendlichen. Jugendgruppen-Leiter/innen müssen fähig sein zu
Konfliktlösung und Selbstreflexion. Sie haben Grundkenntnisse in der
Erlebnis- und Spielpädagogik und wissen, wie Gruppenstunden aufgebaut
werden. Sie brauchen auch das nötige Handwerkszeug, um Veranstaltungen zu
organisieren.
Jugendgruppenleiter denken über ihren Glauben nach und reden darüber. Sie
setzen sich mit ihren Werten und ihrer Beziehung zur Kirche auseinander. Und
sie wissen wie man Jugendliturgien gestaltet.
All die Inhalte versuchen wir in unserem Sommerkurs gemeinsam mit den
Teilnehmer/inne/n zu erarbeiten.
![]()
|
Wasserbauer: Wir haben für den Kurs die drei Schlagworte "Lerne!
Leite! Lebe!" gewählt. "Lerne!" bedeutet, dass die Teilnehmer/innen
methodische und inhaltliche Grundlagen für die Jugendarbeit erwerben und
neue Leute mit ähnlichen Interessen kennen lernen. Sie gewinnen Motivation
für ihr Engagement. Sie machen sich fit im Bereich Jugendliturgie und kommen
der Bibel auf die Spur.
Das Schlagwort "Leite!" meint, dass die Teilnehmer/innen neue Methoden der
Gruppenleitung ausprobieren und durch praktische Übungen und theoretische
Inputs Leitungskompetenz erwerben. Sie erwerben Wissen über die rechtlichen
Grundlagen und nehmen ein Abschlusszertifikat mit nach Hause.
"Lebe!" ist die Aufforderung, den Alltag zurückzulassen und spielende
Leichtigkeit zu erleben, eine stimmungsvolle Location zu genießen und Zeit
für die eigene Gottes-Beziehung und Glaubensfragen zu haben. Außerdem werden
die Teilnehmer von einem kompetenten Kursteam begleitet und von einer Köchin
mit Hauben-Qualität verwöhnt.
![]()
|
Wasserbauer: Unsere Jugendleiter sind vertraut mit rechtlichen Grundlagen (z.B. Jugendschutzgesetz, Aufsichtspflicht,...) und sensibilisiert für Phänomene sexueller Gewalt. Dies entspricht den Vorgaben der soeben von der Bischofskonferenz veröffentlichten Rahmenordnung, in der es heißt: "Alle in der Kinder- und Jugendpastoral tätigen Personen müssen eine Grundausbildung absolvieren, in der unter anderem auch die Problematik von Missbrauch und Gewalt thematisiert wird - z. B. einen Grundkurs der Katholischen Jungschar oder Katholischen Jugend." (Aus: Die Wahrheit wird euch frei machen. Rahmenordnung für die katholische Kirche in Österreich. Maßnahmen, Regelungen und Orientierungshilfen gegen Missbrauch und Gewalt, Österreichische Bischofskonferenz, Juni 2010.)
Wasserbauer: Ja, es ist uns und auch den Teilnehmenden in den letzten Jahren immer wichtiger geworden, auch Zeit für die eigene Gottesbeziehung und für Glaubensfragen zu lassen. Der Druck auf junge Menschen steigt in unserer Leistungsgesellschaft. In der Begegnung mit Gott schöpfen viele engagierte Ehren- und Hauptamtliche Kraft für ihre Tätigkeit in der kirchlichen/pfarrlichen Jugendarbeit. Deshalb wollen wir am Sommerkurs durch Angebote wie Morgengebet, Gottesdienst, Bibelteilen oder spirituelle Kirchenführung Orte und Zeiten der Gottesbegegnung schaffen.
Sommerkurs:
31.August.-5.9.2010
Geistliches Jugendzentrum Oberleis
2116 Oberleis 1
Information und Anmeldung:
Katholische Jugend der Erzdiözese Wien
Bildungsteam
Stephansplatz 6/6.620
A-1010 Wien
T +43 1 51 552-3374
E bildung@katholische-jugend.at
W wien.kjweb.at/sol
(ag)