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Jugendarbeit lohnt sich
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Patentrezepte für eine blühende Pfarrjugendarbeit gibt er nicht. "Es braucht ein intensives Hinhorchen auf die Jugendlichen", sagt Diözesanjugend- seelsorger Werner Pirkner und legt den Pfarren im "thema kirche"-Gespräch einige Fragen ans Herz.

Werner Pirkner ist seit vier Jahren Jugendseelsorger im Vikariat Süd und seit drei Jahren Diözesanjugendseelsorger in der Erzdiözese Wien. Seine Aufgabe umfasst eine bunte Facette an Tätigkeiten allem voran die Vernetzung der verschiedenen Jugendgruppen.

Vorbild und Reibebaum

© KJ
Werner Pirkner: "Firmvorbereitung macht nur dann Sinn, wenn es auch eine Firmnachbereitung gibt."

"Ich glaube, dass sich Jugendliche heute Menschen wünschen, die sie begleiten und für sie da sind. Sie brauchen Vorbilder, und sie brauchen Räume, wo sie sich entfalten und entwickeln können", sagt Diözesanjugendseelsorger Werner Pirkner im Gespräch mit "thema kirche". Das gelte genauso für jene Jugendlichen, die mit der Kirche in Kontakt stehen: "Auch sie brauchen Menschen, die sie begleiten, die für sie ein Reibebaum sind, an dem sie ihre Grenzen austesten können", weiß der Seelsorger.

Eine kirchliche Jugend gibt es nur dort, wo es konkrete Menschen gibt, die den persönlichen Kontakt zur Jugend pflegen. "In manchen Pfarren kommt man aus dem Staunen nicht heraus über das, was möglich wird, wenn sich eine Pfarre für die Jugend öffnet", sagt Pirkner.

Unterstützung auf pfarrlicher Ebene

Gemeinsam mit der Katholischen Jugend (KJ) unterstützt der Diözesanjugendseelsorger die Jugendarbeit auf der pfarrlichen Ebene etwa durch Aus- und Weiterbildungsangebote für die Multiplikatoren. Mit der KJ stellt Pirkner Veranstaltungen für die Jugendlichen auf die Beine wie demnächst das sommerliche Jugendlager in Mariazell.

Die Zeit nach der Firmung nützen

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Bei der Gottesdienst- gestaltung wünscht sich der Jugendseelsorger mehr Mut in den Pfarren.

Patentrezepte für ein blühendes Jugend-Pfarrleben bietet Werner Pirkner nicht, betont aber: "Firmvorbereitung macht nur dann Sinn, wenn es auch eine Firmnachbereitung gibt." Er plädiert dafür, die Firmvorbereitung zu verkürzen, um Ressourcen für die Jugendarbeit nach der Firmung zu gewinnen. Den Pfarren legt Werner Pirkner in Bezug auf die Jugendpastoral folgende Fragen ans Herz:
Ist die Jugend der Pfarre wichtig? Gibt es Leute, die sich hier mit ihren Talenten einbringen können? Machen wir uns die Mühe nach einem entsprechenden Angebot?
In einer Pfarre müsse es zumindest eine Person geben, die für die Jugend da ist. Meist seien das Ehrenamtliche. Pirkner: "Es braucht ein intensives Hinhorchen auf die Jugend und Sensibilität für deren Bedürfnisse."
In Pfarren, in denen es überhaupt keine Jugendarbeit gibt, werde diese schließlich zur Zukunftsfrage und der grundsätzlichen Wertschätzung.

"Sorge und Kummer bereitet mir, dass ein großer Teil der Priester in seiner Tätigkeit keinen Schwerpunkt für die Jugend hat", sagt Werner Pirkner. Ihm ist bewusst, dass der Umgang mit Kindern und Erwachsenen leichter sei als mit Jugendlichen. In vielen Pfarren habe man es bereits hingenommen, dass es eben keine Jugendarbeit gibt. Pfarrer könnten hier aber eine positive Rolle spielen.

Jugendliche Kirchenkritik

Werner Pirkner: "Ich wünsche mir, dass es mehr Priester gibt, die sich mehr Zeit für die Jugendlichen nehmen, und dass es auch ok ist, wenn die Jugendlichen kritisch sind und auch die Kirche kritisch sehen." Bei der Gottesdienstgestaltung wünscht sich der Jugendseelsorger mehr Mut in den Pfarren, dass diese öfter Jugendmessen veranstalten und darüber nachdenken wie die Gemeindegottesdienste gestaltet werden, damit sie auch für Jugendliche interessant sind.

"Mit Jugendlichen wird es nie fad"

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Werner Pirkner beim Gottesdienst mit Jugendlichen.

In regelmäßigen Abständen steht Pirkner in einer Caritas-Schule Schüler/inne/n für Beichte und Aussprache zur Verfügung. "Die meisten von ihnen würden keinen Beichtstuhl in einer Kirche aufsuchen", weiß der Seelsorger. Die Jugendlichen nützen das Angebot, wo sie reden können.
Die Begegnungen und Gespräche mit Jugendlichen motivieren den Seelsorger in seinem Einsatz. Er schätzt Veranstaltungen, wo es gelingt, dass verschiedene Generationen zusammenkommen und einander bereichern. "Für mich ist es ein Privileg, Jugendseelsorger zu sein. Mit den Jugendlichen wird es nie fad", betont Pirkner: Die schönste seelsorgliche Erfahrung sei, "wenn ein Jugendlicher Feuer fängt und die Liebe Gottes entdeckt, für sich erfährt: Ich bin wertvoll und gewollt."

(ag)

02.07.2010


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