 "Die Zukunft wird gemeinsam erarbeitet", sagt Franz Herz, Pfarrer von St. Anton von Padua in Favoriten und Projektleiter des Zukunftsdialogs für das Dekanat 10, im "thema kirche"-Interview. |
Wie resümieren Sie den bisherigen Verlauf des Zukunftsdialogs für das Dekanat 10?Franz Herz: Die beiden ersten Treffen des Zukunftsdialoges 2004 und 2006 standen unter dem Stichwort Zusammenarbeit. Viele in den Pfarren hatten das Gefühl, dass manches nicht mehr allein zu schaffen war. Dennoch war klar dass jede Pfarre eigenständig bleiben wird. Als Ergebnis der Treffen lassen sich themenspezifische Arbeitskreise (Caritas, Kindergärten, Liturgie...) nennen. Geplant gewesen wäre mehr (z.B.: gemeinsame Pfarrblätter); leider ist auch einiges über das Dasein einer Eintagsfliege nicht hinausgekommen. Das dritte Treffen 2010 fasste eine mögliche Zusammenlegung Pfarren ins Auge. Dabei wurden sowohl Chancen wie Risiken, Synergien wie Verluste wahrgenommen. In einem Planspiel wurden wohl auch konkrete Vor- und Nachteile erarbeitet. Der Schwerpunkt lag aber eindeutig auf Formalem: Was ist zu beachten, wenn Pfarren zusammengeführt werden? Welche Unterstützung ist dafür notwendig? Wer ist zu beteiligen? ...
Können Sie aus der Sicht des Projektleiters schon einen Ausblick auf Ideen für die Zukunft des Dekanats geben?Franz Herz: Nein, denn das Wesen des Prozesses ist, dass die Zukunft gemeinsam erarbeitet wird. Auch die Vorgaben seitens der Diözesanleitung sind "nur" ein Rahmen, innerhalb dessen ein breiter Gestaltungsspielraum gegeben ist. Und außerdem erarbeiten wir ein Konzept als Vorschlag. Ob die Diözesanleitung das dann so umsetzt, kann ich nicht sagen.
Wo liegen die kirchliche Potentiale? Was muss sich verändern?Franz Herz: Was immer mit "kirchlichen Potentialen" gemeint ist, das Potential des Dekanates sind die Menschen hier und die materiellen Ressourcen (Gebäude, Grundstücke ...). Was sich sicher verändern muss, ist im Strukturellen zu suchen: Zuviel an Kräften, Geld und Energie sind derzeit in der Aufrechterhaltung der Verwaltung und der Erhaltung der Gebäude gebunden. Ebenso stehen rechtliche Rahmenbedingungen, die mit der derzeitigen Struktur verbunden sind, immer wieder im Weg. Wir müssen für unsere Gemeinden nach Wegen suchen, mehr Energie in das Wesentliche von Kirche stecken zu können: Verkündigung der Frohen Botschaft, Diakonie, Gottesdienste aller Art ...
Wie würden Sie die momentane Stimmung in den Pfarren beschreiben?Franz Herz: Die Stimmung reicht von hoffnungsfroh bis ängstlich-resignativ, von abwartet-ablehnend bis aktiv-energiegeladen. Wobei diese Stimmungen sich quer durch die einzelnen Pfarren ziehen und auf keinen Fall einer Pfarre zuzuordnen sind.
(ag)
16.01.2012
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