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Kirche lebt, wo Menschen in Gemeinschaften Leben und Glauben miteinander teilen, wo mit den Armen geteilt wird, und wo es für Suchende vielfältige Begegnungsmöglichkeiten mit Christus gibt. Das ist unsere Mission. Der Entwicklungsprozess der Erzdiözese Wien zielt daher darauf hin,
- vermehrte und verbesserte Möglichkeiten zu schaffen, in die Lebensschule Jesu zu gehen
- viele vielfältige kleine christliche Gemeinschaften vor Ort neu zu gründen, aufzubauen oder zu begleiten
- die gewachsenen Pfarrstrukturen so zu organisieren, dass mehr Zusammenarbeit, gute Seelsorge und eine einfache schlanke Verwaltungsstruktur möglich sind
- geistliche Zentren zu fördern als spirituelle Quellen für Gemeinschaften wie für einzelne Suchende
- jüngere Generationen dabei zu unterstützen, ihren Glaubensweg zu gehen
- zu fördern, dass die christliche Sendung in die Welt, zu den Armen und Notleidenden offensiver und in Allianzen mit anderen gesellschaftlichen Kräften gelebt wird.
Dadurch wird versucht, die Grundlinien, die der Hirtenbrief vom Mai 2011 vorgezeichnet hat, konkret umzusetzen.
Pilotprojekt Dekanat 10Die Verantwortlichen für die Pfarren im Dekanat Wien-Favoriten (alle Priester, PastoralassistentInnen, Diakone, Pfarrgemeinderäte) wurden am 13. Jänner 2012 beauftragt, ein konkretes Konzept für eine Neuordnung des kirchlichen Lebens im Dekanat (inklusive Anzahl der Pfarren und Veränderung von Pfarrgrenzen) und Konzepte für die künftige Pastoral zu entwickeln. Ziel der Reorganisation sind Pfarren und Gemeinden, die aufgrund struktureller Entlastung und stärkerer Zusammenarbeit an Lebendigkeit gewinnen, und neue pastorale Initiativen und Experimente. Der Neuordnungsprozess ist ein spiritueller Weg, der auf die Freude am Christsein und den Dienst an den Menschen ausgerichtet ist, auch wenn manche strukturelle Veränderung zunächst schmerzlich sein kann. Einige der Rahmenvorgaben für künftige Strukturen sind:
- Eine Pfarre muss in Zukunft mindestens 4000 Katholiken mit Hauptwohnsitz im Pfarrgebiet umfassen.
- Eine Pfarre kann aus beliebig vielen Gemeinden bestehen.
- 5% des Budgets der Pfarre müssen für neue, noch zu entwickelnde Aktivitäten oder Projekte gewidmet sein.
- Es ist mit bis zu 25% weniger hauptamtlichem Seelsorgepersonal zu rechnen (Priester und PastoralassistentInnen)
- Die Kosten für den Betrieb des Pfarrheims und des Pfarrhofes dürfen 20% der dort erwirtschafteten Einnahmen nicht überschreiten.
- Die laufenden Instandhaltungsarbeiten an den Sakralbauten müssen ohne diözesane Zuschüsse finanziert werden können.
- Profane wie sakrale Gebäude, die nach diesen Grundsätzen nicht erhalten werden können, werden von der Diözese in Absprache mit der jeweiligen Pfarre einer anderweitigen Nutzung zugeführt.
Der Auftrag erging an alle Pfarren und Einrichtungen des Dekanats. Das Dekanatsteam übernimmt die Prozesssteuerung. Die Erzdiözese Wien stellt professionelle Begleitung zur Verfügung. Bis 10. Juni 2012 legt das Dekanatsteam einen Zwischenbericht und am 31. Dezember 2012 den Endbericht zur geplanten Umsetzung der Vorgaben vor. Mit spätestens 31. August 2013 ist die Neustrukturierung des Dekanates Favoriten abgeschlossen. Ab 1. 9. 2013 besteht das Dekanat aus neu errichteten Pfarren und Gemeinden.
(red)
16.01.2012
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